Philosophie und Bildung

Bildung im philosophischen Sinne bedeutet nicht das Konsumieren von Informationen, sondern die Entwicklung einer Persönlichkeit, die sich selbst anzunehmen imstande ist – mit ihren Fähigkeiten, ihren Potentialen, aber auch ihren Grenzen. Der Gegenwartsphilosoph Peter Bieri unterscheidet zwischen dieser Form einer inneren Bildung und einer Ausbildung, die uns von außen mit einer konkreten Kompetenz ausrüstet. Nur im Zusammenspiel dieser beiden Bildungsbegriffe, kann es gelingen, neue Akzente zu setzen, um der Idee einer „Leistungsgesellschaft“ das nahezubringen, was die eigentlichen Ressourcen für wahrhafte Leistung ausmachen: das Wissen um das eigene Können und das Vermögen, sich diesen Fähigkeiten widmen zu können.

Einen Impuls für einen solchen philosophischen Einstieg in einen Dialog mit Kindern bietet mein Kinderbuch, in dem anhand von 13 kurzen Geschichten philosophische Fragen in den Alltag von Kindern übersetzt werden: Kleine und große Fragen an die Welt. Philosophie für Kinder (erschienen bei Carlsen 2017).

Mein aktueller Fokus:

Die Überlegung, wie wir mit diesem seltsamen Wort des “Narrativs” umgehen wollen – also der Tatsache, dass wir uns in unserem Leben nur durch unsere eigenen Geschichten orientieren können, es Erzählungen sind, die uns Werte und Kultur vermitteln und die dennoch darüber hinausgehen, willkürliche Erfindungen zu sein. Und immer wieder geht es darum, sich tastend aus der eigenen Unsicherheit herauszuarbeiten, um zur nächsten zu gelangen.